Mit dem Wohnmobil durch Österreich | Ratgeber 2026
Planen Sie eine Wohnmobilreise über die alpinen Pässe Tirols? Oder träumen Sie von einer Übernachtung mit Blick auf Hallstatt oder einer Fahrt über die berühmte Grossglockner-Hochalpenstrasse? In diesem Artikel erfahren Sie, welche Vignette für Wohnmobile in Österreich gilt, was ein Campingplatz in Österreich kostet, wo Sie ein Wohnmobil parken dürfen und ob Wildcamping erlaubt ist. Im Folgenden finden Sie einen vollständigen Ratgeber – von den Mautgebühren und Routen über die Arten von Stellplätzen bis hin zu den Vorschriften und Inspirationen für die Reise. Anschnallen, es geht los!
Mit dem Wohnmobil durch Österreich | Grundlegende Informationen
Österreich ist ein Land, das hervorragend auf Wohnmobilreisen ausgerichtet ist. Eine exzellente Strasseninfrastruktur, mehr als 600 Stellplätze und Campingplätze an attraktiven Standorten und dazu atemberaubende alpine Landschaften – ein besseres Ziel für Wohnmobilreisende ist kaum vorstellbar. Vor der Abreise sollten Sie jedoch einige wichtige Regeln zu den Mautgebühren in Österreich und den gesetzlichen Anforderungen kennen.
Welche Vignette braucht ein Wohnmobil für Österreich?
Die Art der Gebühr hängt vom zulässigen Gesamtgewicht des Wohnmobils ab.
Für Wohnmobile bis 3,5 t zGG gilt die standardmässige elektronische Vignette (eVignette), identisch wie für PKW. Verfügbare Zeiträume im Jahr 2026:
- 10 Tage – 12,80 €
- 2 Monate – 32,00 €
- 12 Monate – 106,80 €
Gut zu wissen:
2026 ist das letzte Jahr, in dem die Vignette als Aufkleber erhältlich ist. Ab 2027 führt die ASFINAG ausschliesslich die digitale Vignette ein. Weitere Details: Mautgebühren Österreich »
Welche Gebühr gilt für Wohnmobile über 3,5 Tonnen?
Wohnmobile mit einem zGG über 3,5 t nutzen keine Vignetten – für sie gilt das kilometerabhängige Mautsystem GO-Maut. Erforderlich ist die Montage eines GO-Box-Geräts (einmalige Bearbeitungsgebühr von ca. 12 €). Der Kilometersatz hängt von der EURO-Emissionsklasse und der Achsenzahl des Fahrzeugs ab.
Seit 2024 wird schrittweise eine zusätzliche CO2-Komponente in die GO-Maut für Fahrzeuge über 3,5 t eingeführt.
Wichtig:
Einige Strassenabschnitte erheben zusätzliche Gebühren unabhängig von Vignette oder GO-Box – unter anderem die Grossglockner-Hochalpenstrasse (ca. 38 €), der Arlbergtunnel (ca. 12 €), der Karawankentunnel (ca. 11 €) und die Brennerautobahn (A13). Prüfen Sie vor der Abreise immer die örtlichen Gebühren.
Was muss man bei einer Fahrt durch Österreich im Fahrzeug mitführen?
Auf einer Wohnmobilreise durch Österreich müssen Sie die vorgeschriebene Ausrüstung mitführen:
- Warnweste (für den Fahrer, obligatorisch in der Fahrerkabine – nicht im Kofferraum),
- Warndreieck,
- Verbandskasten.
Achtung im Winter:
In Österreich gilt im Zeitraum vom 1. November bis 15. April eine witterungsabhängige Winterreifenpflicht – wenn die Strassen vereist oder schneebedeckt sind. Das Fahren ohne geeignete Reifen kann ein Bussgeld nach sich ziehen. Eine Alternative sind Schneeketten auf den Antriebsrädern.
Erforderliche Dokumente sind: Führerschein, Fahrzeugschein des Wohnmobils (mit gültiger technischer Überprüfung) sowie die KFZ-Haftpflichtversicherung. Empfohlen wird die Europäische Krankenversicherungskarte (kostenlose medizinische Versorgung in EU-Ländern). Weitere Details: Österreich mit dem Auto »
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Vignetten kaufenKarte der mautpflichtigen Strassen in Österreich
Mit dem Wohnmobil durch Österreich | Wohin lohnt es sich in Österreich zu fahren?
Österreich ist ein Land von aussergewöhnlicher Vielfalt – von alpinen Gipfeln und kristallklaren Seen bis hin zu barocken Städten und malerischen Weintälern. Im Folgenden finden Sie einige der schönsten Regionen, die mit dem Wohnmobil einen Besuch wert sind.
Hallstatt und Salzkammergut – Camping Hoisn Hof
Ein gemütlicher Familiencampingplatz in der Ortschaft Gosau, wenige Minuten von Hallstatt entfernt. Schöne Ausblicke auf den Dachstein, Grasstellplätze mit Strom, Sanitäranlagen und Spielplatz. Eine ideale Ausgangsbasis für den See und das Salzbergwerk. Der Preis pro Nacht liegt bei ca. 30–40 €.
Die Region Salzkammergut selbst mit ihren mehreren Dutzend Alpenseen bietet zahlreiche Campingplätze an aussichtsreichen Standorten.
Salzburg – Camping Stadtblick
Ein Campingplatz mit Blick auf die Stadt, auf einem Hügel ca. 3 km vom Zentrum Salzburgs mit seiner barocken, zum UNESCO-Welterbe zählenden Altstadt gelegen. Geräumige Stellplätze, vollständige Infrastruktur, der Stadtbus hält direkt nebenan.
Eine hervorragende Ausgangsbasis zur Besichtigung der Festung Hohensalzburg, der Mirabellgärten und der umliegenden Salzkammergut-Seen. Die Aufenthaltskosten betragen ca. 35–45 € pro Tag.
Wien – Camping Wien West
Der grösste und am besten angebundene Campingplatz im Umland von Wien, an der U-Bahn-Linie U4. Vollständige Infrastruktur, 24-Stunden-Rezeption, Geschäft und Restaurant vor Ort. Ein hervorragender Ausgangspunkt zur Besichtigung von Schönbrunn und dem Zentrum. Preis pro Nacht ca. 35–50 €.
Die Sehenswürdigkeiten erreichen Sie bequem mit den öffentlichen Verkehrsmitteln – Wildcamping ist in Wien streng verboten.
Tirol – Camping Ötztal
Ein Campingplatz im Herzen des Ötztals, am Fluss Ötztaler Ache. Eine grossartige Ausgangsbasis zum Grossglockner (einer der spektakulärsten Bergstrassen Europas), nach Innsbruck und zum Rettenbachferner. Geräumige Stellplätze in alpiner Umgebung, vollständige Infrastruktur, Aquapark in der Nähe. Übernachtungskosten ca. 30–45 €.
Wachau – Camping Rossatz
Ein Campingplatz direkt am Ufer der Donau im Herzen der Wachau – einer zum UNESCO-Welterbe zählenden Gegend mit Burgen und barocken Klöstern (z.B. Melk). Rossatz ist von Weinbergen und Marillengärten umgeben, mit Blick auf die Ruine der Burg Dürnstein.
Ein idealer Ort für Weinliebhaber und Wanderer. Der Preis pro Stellplatz beträgt ca. 25–35 € pro Nacht.
Kärnten – Camping Müllner am Millstätter See
Ein Campingplatz direkt am Ufer des Millstätter Sees – einem der wärmsten Alpenseen. Sandstrand, Bootsanlegestelle, Animation und vollständige Infrastruktur. In der Saison liegt der Preis pro Tag bei ca. 35–50 €.
Wörthersee, Millstätter See, Weissensee – Kärnten hat die grösste Konzentration warmer Alpenseen in Europa. Zahlreiche Campingplätze direkt am Wasser, ideal zum Schwimmen, Kajakfahren und Entspannen in der malerischen Kulisse der Alpen.
Mit dem Wohnmobil durch Österreich | Halten und Übernachten 2026
Österreich bietet Wohnmobilreisenden viele Übernachtungsmöglichkeiten – von gut ausgestatteten Campingplätzen über dedizierte Stellplätze bis hin zu privaten Bauernhöfen.
Campingplätze (Camping / Campingplatz)
Österreich verfügt über eine der besten Campinginfrastrukturen Europas. Die Campingplätze bieten in der Regel Stromanschlüsse, Trinkwasser, WC-Entsorgung, Duschen, nicht selten auch Schwimmbad und Restaurant. Viele von ihnen sind ganzjährig geöffnet, besonders in Tirol, Salzburg und Vorarlberg. An alpinen Standorten ist die Servicequalität hoch, die Preise sind jedoch entsprechend höher.
Stellplätze – Stellflächen für Wohnmobile
In Österreich gibt es über 600 Stellplätze – ausgewiesene Stellflächen, die speziell für Wohnmobile ausgelegt sind. In der Regel verfügen sie über eine grundlegende Infrastruktur: Strom, Wasser, WC-Entsorgung. Sie liegen näher an den Stadtzentren und touristischen Attraktionen als Campingplätze und sind oft günstiger. Zu finden über die Apps Camper Contact, Park4Night oder ParkHere.
Schau aufs Land – Übernachten bei Gastgebern
Schau aufs Land ist ein österreichisches Netzwerk privater Bauernhöfe und Weingüter, die einen legalen Wohnmobilstellplatz für maximal 24 Stunden anbieten. Für einen einmaligen Jahresbeitrag (ca. 30–50 €) erhalten Sie Zugang zu mehreren Dutzend Stellplätzen an schönen Standorten. Eine ähnliche Funktion erfüllt Waypoint Austria. Es ist eine hervorragende Möglichkeit, eine Nacht in den Weinbergen der Wachau, auf den Bergalmen Tirols oder an den Seen des Salzkammerguts zu verbringen.
Öffentliche Parkplätze
Eine diskrete Übernachtung (ohne Biwakieren) auf öffentlichen Parkplätzen ist in Österreich als „zur Wiederherstellung der Fahrtüchtigkeit notwendige Ruhepause" erlaubt. Das Wohnmobil muss vorschriftsmässig geparkt sein, und der Aufenthalt darf den Charakter einer Ruhepause nicht überschreiten – das Ausfahren der Markise sowie das Aufstellen von Tischen und Stühlen ist untersagt.
Gut zu wissen:
In den Stadtzentren (besonders Wien, Salzburg, Innsbruck) gelten gebührenpflichtige Parkzonen (Kurzparkzone) mit begrenzter Parkdauer – in der Regel bis zu 1,5–3 Stunden. An Wochenenden und abends können die Vorschriften milder sein.
Was kosten Campingplätze in Österreich im Jahr 2026?
Die Übernachtungspreise für Wohnmobile in Österreich hängen von Region, Standard und Saison ab. Österreich gehört zu den teureren Campingzielen in Europa, die Servicequalität ist jedoch in der Regel sehr hoch.
| Standard | Preis / Tag |
|---|---|
| Stellplatz – Stellfläche, Strom, WC-Entsorgung | 10–20 € |
| Campingplatz Basic – Duschen, Toiletten, Wasser | 20–30 € |
| Campingplatz Standard – Strom, voller Service, WLAN, oft Schwimmbad | 30–45 € |
| Campingplatz Premium / Alpine Resort – Spa, Restaurant, attraktive Lage am See oder in den Bergen | 45–65 € |
| Schau aufs Land / Waypoint – privater Bauernhof, einfacher Stellplatz | 0–15 € (Jahresgebühr für den Zugang) |
Mit dem Wohnmobil durch Österreich | Parken und Vorschriften in Österreich
Österreich hat gut geregelte Vorschriften zum Parken und Übernachten mit dem Wohnmobil – die Regeln unterscheiden sich jedoch zwischen den Bundesländern. Es lohnt sich, sich vor der Reise mit ihnen vertraut zu machen.
Darf man in Österreich mit dem Wohnmobil wild campen?
Wildcamping ist in Österreich grundsätzlich verboten, wobei sich die Vorschriften je nach Bundesland unterscheiden. Die strengsten Einschränkungen gelten in:
- Wien – Wildcamping vollständig verboten (Vorschriften von 1985),
- Niederösterreich – Parkverbot für Wohnmobile auf Grünflächen ausserhalb von Campingplätzen,
- Tirol – Campieren ausserhalb von Campingplätzen verboten, Bussgeld bis zu 220 €,
- Burgenland – Wildcampingverbot, Bussgeld bis zu 3600 €.
Das einzige Bundesland, das Wildcamping zulässt, ist Oberösterreich – oberhalb der Waldgrenze, abseits von landwirtschaftlichen Flächen.
Wichtig:
In ganz Österreich ist eine kurze Ruhepause im Wohnmobil auf einem Parkplatz bis zur Wiederherstellung der Fahrtüchtigkeit zulässig. Dies ist jedoch keine Erlaubnis zum regelmässigen Übernachten. Die Strafe für Verstösse kann zwischen 5 und sogar 14 500 € betragen.
Wo darf man mit dem Wohnmobil in Österreich parken und wo nicht?
Das Parken mit dem Wohnmobil ist erlaubt:
- auf Campingplätzen und offiziellen Stellplätzen,
- im Netzwerk privater Bauernhöfe (Schau aufs Land, Waypoint Austria),
- auf öffentlichen Parkplätzen ohne Wohnmobilverbot – als diskrete Ruhepause ohne Biwakieren.
Das Parken mit dem Wohnmobil ist nicht erlaubt oder eingeschränkt:
- in gebührenpflichtigen Parkzonen (Kurzparkzone) – nur bis zu 1,5–3 Stunden,
- in einer Entfernung von weniger als 500 m zu Seen oder 200 m zu Hochalpenstrassen (Tirol, Oberösterreich, Salzburg),
- in Schutzgebieten – Nationalparks und Naturschutzgebieten,
- in historischen Stadtzentren mit Verkehrsbeschränkungen,
- auf Autobahnseitenstreifen – nur Rastplätze und ausgewiesene Parkplätze.
Wie schnell darf man mit dem Wohnmobil in Österreich fahren?
Die Geschwindigkeitsbegrenzungen für Wohnmobile bis 3,5 t sind dieselben wie für PKW:
- 50 km/h innerorts,
- 100 km/h auf Strassen ausserorts,
- 130 km/h auf Autobahnen (an manchen Stellen 100 oder 110 km/h).
Für Wohnmobile über 3,5 t gelten niedrigere Begrenzungen:
- 50 km/h innerorts,
- 80 km/h ausserorts,
- 100 km/h auf Autobahnen.
Gut zu wissen:
In Österreich gilt auf Autobahnen ein Fahrverbot mit Anhänger über 100 km/h. Die zulässige Blutalkoholkonzentration beträgt 0,5 ‰ (0,1 ‰ für Berufskraftfahrer und Fahranfänger).
Darf man in Österreich mit dem Wohnmobil auf Bergstrassen fahren?
Ja, aber nicht alle Bergstrassen sind für Wohnmobile zugänglich. Viele alpine Strassen haben Massbeschränkungen (maximale Breite 2,0–2,5 m, Länge bis 6–8 m) oder ein Fahrverbot für Fahrzeuge über einem bestimmten Gewicht. Prüfen Sie vor der Abfahrt auf eine konkrete Bergstrecke immer die Beschränkungen.
Die Grossglockner-Hochalpenstrasse ist für Wohnmobile zugänglich, es gilt jedoch eine zusätzliche Gebühr (ca. 38 €) und eine Massbeschränkung. Die Strasse ist im Winter gesperrt (in der Regel von November bis Mai).
Gut zu wissen:
Apps wie CamperContact, ParkHere und Camperize enthalten Informationen über Massbeschränkungen auf Bergstrassen. Es lohnt sich, sie vor einer Fahrt in die Alpen zu prüfen.
Welche Bussgelder drohen bei Verstössen gegen die Vorschriften in Österreich?
Österreich gehört zu den Ländern, in denen die Bussgelder für Fahrer verhältnismässig hoch sind:
- Fahren ohne Vignette – bis zu 240 € (eine sofortige Zahlung eines reduzierten Satzes vor Ort ist möglich),
- Geschwindigkeitsüberschreitung – von 70 € bis über 2000 € je nach Schwere des Verstosses,
- Wildcamping – von 5 bis 14 500 € je nach Region und Ort,
- Fahren ohne Winterreifen (bei schlechten Bedingungen) – bis zu 5000 €.
Mit dem Wohnmobil durch ÖsterreichZusammenfassung
Österreich ist eines der schönsten und am besten auf das Caravaning ausgerichteten Länder Europas. Eine exzellente Strasseninfrastruktur, mehr als 600 Stellplätze und Campingplätze sowie atemberaubende alpine Landschaften machen es zu einem aussergewöhnlichen Ziel für Wohnmobilreisende. Für Wohnmobile bis 3,5 t gilt die elektronische Vignette (eVignette) – 2026 noch in der Aufkleberversion erhältlich. Schwerere Wohnmobile nutzen das GO-Box-System. Wildcamping ist in den meisten Bundesländern verboten – die beste Alternative sind Stellplätze (10–20 €), Campingplätze (20–65 €) oder das Netzwerk privater Bauernhöfe Schau aufs Land. Es lohnt sich, die Route über Attraktionen wie Hallstatt, die Grossglockner-Hochalpenstrasse oder das Wachautal im Voraus zu planen. Gute Fahrt!